28. August 20268 Min.

Führerschein jetzt machen oder auf die Reform warten? Die ehrliche Rechnung

Manni's Fahrschule Herrsching

Erfahrene Fahrlehrer — seit 2006

Führerschein jetzt machen oder auf die Reform warten? Die ehrliche Rechnung

Kurz gesagt

Nein, Warten lohnt sich nicht — aus drei Gründen: Die Reform ist noch nicht beschlossen und gilt frühestens 2027. Ob die versprochene Ersparnis bei dir ankommt, ist offen, kein Gesetz zwingt Fahrschulen zu niedrigeren Preisen. Und die Prüfung wird nach den Plänen nicht leichter, sondern schärfer. Wer heute anfängt, hat den Führerschein in der Tasche, bevor die neuen Regeln überhaupt gelten.

Stand 28. August 2026: Noch nicht geltendes Recht. Der Bundesrat entscheidet über die Verordnung frühestens am 25. September 2026, das Gesetz ist noch nicht im Bundestag. Kern der Reform gilt frühestens ab 2027. Wir aktualisieren diesen Artikel nach jedem Verfahrensschritt. Was genau geplant ist, steht im großen Überblick zur Führerscheinreform.

Warum so viele gerade warten

Seit das Verkehrsministerium im Herbst 2025 den „bezahlbaren Führerschein" angekündigt hat, ist etwas passiert, das die Branche „Schnieder-Effekt" nennt: In einer Umfrage des Fahrschulverbands MOVING im Januar 2026 meldeten 84 Prozent der Fahrschulen Einbrüche, im Durchschnitt 54 Prozent weniger Neuanmeldungen. Viele Jugendliche und Eltern warten auf den „billigeren Führerschein ab 2027".

Bemerkenswert: Der Minister selbst hat im Januar zurückgerudert. Sein Rat: „Es lohnt sich nicht abzuwarten. Wer den Führerschein machen will, der soll es jetzt machen." Wir sehen das genauso — und rechnen es dir vor.

Was du beim Warten wirklich sparen könntest

Die Reform will vor allem den Theorieunterricht freigeben: keine Präsenzpflicht, keine Mindeststunden, Lernen per App ausdrücklich erlaubt. Heute sind es 14 Doppelstunden mit einem Kostenanteil von rund 556 €. Daraus leitet das Ministerium seine Ersparnis ab.

RechnungErsparnis pro FührerscheinWer rechnet so?
Idealfall des Ministeriums„bis zu 1.400 €"BMV; Annahme: Theorie entfällt komplett, Sonderfahrten sinken
Realistische Gegenrechnungrund 900 € (etwa −26 %)Fahrschulverband MOVING, ohne Abstriche bei der Sicherheit
Ohne Präsenztheorie, mit Folgekostenrund 530 € teurerMOVING: mehr Übungsfahrten nötig, mehr Prüfungen müssen wiederholt werden

Drei Dinge werden in der Debatte gern vergessen:

  1. Kein Gesetz senkt Preise. Die Entlastung fällt zuerst bei den Fahrschulen an. Ob und wie viel davon weitergegeben wird, entscheidet der Markt — in einer Branche, in der über 10.000 Fahrlehrer fehlen.
  2. Die Preise steigen weiter. Die Fahrschulpreise sind von 2021 bis 2024 um 38 Prozent gestiegen. Ein Jahr Warten heißt: die Fahrstunde von 2027 ist nicht die von heute.
  3. Der größte Kostenblock bleibt. Im Durchschnitt braucht ein Fahrschüler 35 Fahrstunden. Die Sonderfahrten (heute fest 12) sollen künftig nach Ausbildungsstand bemessen werden — der Umfang richtet sich also nach dir, nicht nach einer neuen Mindestzahl. Sicherheit entscheidet, nicht die kleinste erlaubte Zahl.

Was dich das Warten kostet

Zeit. Wer heute anfängt, hat den Führerschein realistisch in drei bis sechs Monaten, im Intensivkurs auch in zwei bis vier Wochen. Wer auf die Reform wartet, wartet bis mindestens 2027 — auf ein Verfahren, das der Bundesrat noch stoppen oder ändern kann. Ein Jahr ohne Führerschein heißt ein Jahr Bus, Mitfahrgelegenheit und Elterntaxi. Für Ausbildung, Studium und Nebenjob ist der Führerschein oft die Eintrittskarte.

Die schärfere Prüfung. Die Theorieprüfung behält ihre 30 Fragen, erlaubt aber künftig nur noch 3 statt 10 Fehlerpunkte — und eine einzige falsch beantwortete K.-o.-Frage (zum Beispiel zur Vorfahrt) bedeutet: durchgefallen. Vor der praktischen Prüfung soll ein bestandener Prüfungsreife-Test in voller Prüfungslänge im echten Verkehr Pflicht werden. Wer sich vom Wort „Reform" eine leichtere Prüfung verspricht, wird enttäuscht.

Der Andrang. Wenn alle, die jetzt warten, 2027 gleichzeitig anfangen, treffen sie auf dieselben Fahrlehrer und dieselben Prüfstellen wie heute — nur mit mehr Nachfrage. Die Prüfstatistik des TÜV lag schon 2025 auf einem Allzeithoch. Wartezeiten auf Prüfungstermine werden dann nicht kürzer.

Die Rechnung an einem Beispiel

Nehmen wir einen 17-Jährigen aus Herrsching, der Klasse B machen will.

Jetzt anfangenAuf die Reform warten
Kosten (Region Herrsching/Starnberg)rund 3.500–4.000 € nach unserer aktuellen Preislisteunbekannt: Ersparnis zwischen „bis zu 1.400 €" und „530 € teurer", bei weiter steigenden Preisen
Führerschein in der TascheFrühjahr 2027, im Intensivkurs deutlich früherfrühestens Ende 2027, wahrscheinlich 2028
Prüfungheutige Regeln: 10 Fehlerpunkte, 55 Minuten Praxis3 Fehlerpunkte, K.-o.-Fragen, Pflicht-Prüfungsreife-Test
Sicherheit der PlanungPreise und Regeln bekanntVerfahren offen, Bundesrat kann ändern

Die Details zu den Kosten von heute findest du in unserer Rechnung Was kostet der Führerschein B in Bayern 2026?.

Für wen Warten trotzdem richtig sein kann

Ehrlich gesagt gibt es zwei Fälle: Wer erst 2028 alt genug für BF17 wird, wartet ohnehin. Und wer aktuell schlicht kein Budget hat, sollte nicht anfangen und dann monatelang pausieren — Pausen kosten Übungsstunden. Für diesen Fall sprich mit uns über eine Finanzierung. Alle anderen fahren mit „jetzt" besser.

Unser Vorschlag: im Herbst starten

Der Herbst ist bei uns traditionell die ruhigere Zeit mit gut planbaren Terminen. Wer jetzt anmeldet, hat die Theorie über den Winter durch und fährt im Frühjahr zur Prüfung — nach den heutigen Regeln. Für alle, die es schneller brauchen, gibt es den Intensivkurs in Herrsching.

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Häufige Fragen

Lohnt es sich, mit dem Führerschein auf die Reform zu warten?
In den allermeisten Fällen nicht. Die Reform ist noch nicht beschlossen, ihre Kernpunkte gelten frühestens 2027, und ob eine Ersparnis bei dir ankommt, ist offen — kein Gesetz zwingt Fahrschulen, Preise zu senken. Wer jetzt startet, hat den Führerschein, bevor die neuen Regeln überhaupt gelten.
Wie viel könnte der Führerschein durch die Reform billiger werden?
Das Verkehrsministerium stellt „bis zu 1.400 €“ in Aussicht, vor allem weil der Theorieunterricht (heute rund 556 € Kostenanteil) freiwillig würde. Der Fahrschulverband MOVING rechnet realistisch mit rund 900 € — und damit, dass die Ausbildung ohne Präsenztheorie per Saldo sogar rund 530 € teurer wird, weil mehr Fahrstunden nötig sind und mehr Prüfungen wiederholt werden.
Ab wann gilt die Führerscheinreform?
Noch gar nicht. Der Bundesrat entscheidet über die Verordnung frühestens am 25. September 2026. Das neue Ausbildungsrecht ist für den 1. Januar 2027 geplant, die neuen Prüfungsregeln und das Gesetz für den 1. Juli 2027.
Wird die Fahrprüfung durch die Reform leichter?
Eher schärfer. Die Theorieprüfung behält 30 Fragen, erlaubt aber nur noch 3 statt 10 Fehlerpunkte und führt K.-o.-Fragen ein — eine falsche Sperrfrage heißt durchgefallen. Die praktische Prüfung wird kürzer (40 statt 55 Minuten), vorher wird ein bestandener Prüfungsreife-Test in voller Prüfungslänge Pflicht.
Was ist, wenn ich mir den Führerschein gerade nicht leisten kann?
Sprich mit uns. Wir bieten Finanzierung an, und mit einem klaren Ausbildungsplan, regelmäßigen Fahrstunden und dem Simulator hältst du die Zahl der Übungsstunden — den größten Kostenblock — im Griff.

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